Integrative Gestalttherapie
Integrative Gestalttherapie ist eine der in Österreich anerkannten psychotherapeutischen Methoden. Zu ihren Begründern zählen Frederick Salomon Perls, Laura Perls und Paul Goodman.
Im Zentrum steht die Annahme, dass nicht verarbeitete schmerzhafte Erlebnisse als „offene Gestalten“ in unserem Unbewussten weiterwirken. Sie binden Energie, belasten uns seelisch und können krank machen. In der Psychotherapie bekommen diese „offenen Gestalten“ die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die sie brauchen, um in die Psyche integriert werden zu können. Dieser Integrationsprozess kann zur seelischen Gesundung beitragen. Psychotherapie bedeutet dabei oft auch, den eigenen Gefühlen näherzukommen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Im psychotherapeutischen Gespräch gibt es Raum, Gedanken auszusprechen und Gefühle zuzulassen. Psychotherapeut:innen sind wohlwollende und vertrauensvolle Begleiter:innen. Sie stehen an Ihrer Seite und begegnen Ihnen ohne zu urteilen. Wenn es an der Zeit ist, können sie auch konfrontieren und Ihnen Zumutungen nicht ersparen.
Auch das kann ein wichtiger Schritt in der Bearbeitung persönlicher Themen sein. Psychotherapie ist eine gemeinsame Arbeit von Therapeut:in und Klient:in und basiert auf einem tragfähigen Vertrauensverhältnis.
Das Beispiel des "emotionalen Rucksacks"
Schwierige Erlebnisse, die wir nicht verarbeitet haben, lassen sich mit Steinen vergleichen, die nach und nach in einen Rucksack gelegt werden. Wenn belastende Erfahrungen über längere Zeit verdrängt werden, kommen immer mehr Steine dazu – und der Rucksack wird immer schwerer.
Daraus können psychische Erkrankungen wie etwa Angststörungen oder Depressionen entstehen.
In der Psychotherapie wird dieser Rucksack nach und nach geleert, indem die einzelnen „Steine“ bearbeitet werden und so ihr belastendes Gewicht verlieren. Der Rucksack wird leichter, und damit kann sich auch das Lebensgefühl verändern.
Alles was uns an anderen stört,
kann uns helfen, uns selbst besser zu verstehen.